Monemvasia

Die Festung und ihre Belagerer

Nach einem Erdbeben im südöstlichen Teil vom heutigen Lakonien, einem Landstrich im Süden Griechenlands, wurde im Jahre 375 n. Chr. die Halbinsel Akra Minoa vom Festland abgetrennt. Seit jeher ragt ein Felsen imposant und unberührt aus dem Meer. Er diente über die Jahrhunderte hinweg als natürliche Festung, gewährte den Menschen Schutz und stellte selbst für die mächtigsten Kaiserreiche der Welt ein sehr begehrenswertes Stück Land dar. Da dieser Felsen, der auch in der mykenischen und minoischen Kultur eine große Rolle spielte, von der griechischen Halbinsel Peloponnes nur über einen schmalen Damm zugänglich ist, erlangte er den Namen Monemvasia, eine Zusammensetzung aus den beiden griechischen Begriffen moni emvasi, was soviel bedeutet wie einziger Zugang.

Alle wichtigen Herrscher, wie Kaiser, Könige, Dogen und Sultane strebten die Eroberung Monemvasias und die Eingliederung der Stadt in ihr Herrschaftsgebiet an, um so von der strategisch bedeutsamen Lage Monemvasias für Handel und Verkehr zu profitieren. Aber die Festungsstadt Monemvasia war nur sehr schwer zu erobern und galt als fast uneinnehmbar – drei Jahre lang belagerte sie Wilhelm Villehardouin bis er sie 1263 schließlich an das Byzantinische Reich zurückgab. Heute ist Monemvasia ein sehr beliebtes Reiseziel für Besucher, die dem modernen Stadtleben entfliehen wollen, um in eine Welt einzutauchen, die von Geschichte, Romantik und Gefühlen regiert wird.

Dies wird dem Besucher bereits beim Betreten der zauberhaften Festungsstadt, die sich hinter dem Haupteingangstor erstreckt, deutlich. Während er am Haus des berühmten griechischen Dichters Giannis Ritsos vorbeischlendert, liegen die Klänge von Ritsos „Mondscheinsonate“ in der Luft. Beim Emporsteigen der mit rutschigen Steinen ausgelegten Gassen, auf denen die Jahre und die etlichen Besucher ihre Spuren hinterlassen haben, verspürt der Besucher den Kitzel der Vergangenheit und kann es kaum erwarten, in diese einzutauchen. Die verschiedenen Gebäude, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und eine unterschiedliche Architektur aufweisen ‑ allen voran die 40 Kirchen – beflügeln die Fantasie eines jeden Besuchers. So können die Bischofskirche der Festung Christos Elkomenos, die Panagia Myrtidiotissa sowie die schneeweiße Panagia Chrysaphitissa auf dem Megali Tapia-Platz bewundert werden. Auf diesem Platz, der sich direkt an der Küste befindet, stößt der Besucher auf ein muslimisches Heiligtum, das eine Sammlung archäologischer Funde von Monemvasia beherbergt. Wer auf dem Megali Tapia-Platz seine Neugierde auslebt, entdeckt eine kleine versteckte Tür bekannt als Portelo, die den einzigen Ausgang zum Meer darstellt.

Besonders beeindruckend sind nicht nur die bunten kleinen Souvenirläden, sondern auch die gut gepflegten Gasthäuser und Wohnungen, die sich innerhalb der Festung befinden und eine erstklassige Übernachtungsmöglichkeit bieten, um die Aura des legendären Felsens zu genießen. Nach einem serpentinenartig aufsteigenden Fußweg, der auch von Nichtsportlern bewältigt werden kann und welcher und durch die Ano Poli führt, erhebt sich vor den Augen des Betrachters die Oberstadt auf der Bergspitze (Goulas). Kurz nach dem Betreten der Oberstadt erblickt der Besucher die größte Kirche, die Agia-Sofia, ein byzantinisches Gebäude aus dem 12. Jahrhundert. Der von dort gebotene Blick auf das Myrtoische Meer, der das Gefühl vermittelt, die ganze Welt überschauen zu können, lässt jegliche Anstrengungen des Aufstieg vergessen. Abgerundet wird dieses Erlebnis durch eine angenehm kühle Brise, die dem Besucher sanft um die Nase streicht.

Viele haben Monemvasia als das kleine Gibraltar, andere wieder als das Venedig des Ostens bezeichnet. Eines ist jedenfalls sicher: Monemvasia besitzt authentische Schönheit und ein Geheimnis, das Sie einlädt, es zu lüften. Worauf warten Sie noch?

 

 

Photo Gallery

Hotel Malvasia
Monemvasia
Traditional Guest House
Ardamis
Castle of Monevasia
 



Ausflüge und Strände

Sie können ihr Bad an den Stränden Gefyras genießen, in Pori, Kastraki, Xifia, Kastella, in Agio Foka, Livadia und Chounaria. Verpassen Sie jedoch nicht die Gelegenheit, einen Ausflug in den einzigen Fjord Griechenlands zu machen, in Geraka und seinen Hafen, auf dessen Anhöhe sich die Überreste der antiken Stadt Zarakos befinden.

 

 

Leckereien

Monemvasia hat, wie ganz Lakonien, zahlreiche Leckereinen zu bieten. Während eines Besuches sollten auf keinen Fall die berühmten Mandelplätzchen fehlen. Es empfiehlt sich genügend davon einzukaufen, um die Daheimgebliebenen damit zu verwöhnen. Da der Wein bekanntlich das Herz erfreut, sollte unbedingt der weltweit geschätzte Wein „Malvasia“ mit seinem lieblichen Geschmack gekostet werden. Einst war dieser nur in den Gefilden des jeweiligen Machthabers zu finden, heute aber wird er von jedem fachkundigen Weinkenner serviert. Zuvor jedoch sollte der Gaumen mit frischem, heimischen Fisch, allen voran die Seebarbe, verwöhnt werden. Glücklicherweise sind gute Tavernen und Restaurants in Lakonien zahlreich gesät.